Können Frauen und Männer Freunde sein?

Wir haben tausend Fragen an Männer! Michael Nast, Kolumnist und Beziehungsautor aus Berlin, beantwortet uns einige davon. Heute: Ist eine Freundschaft zwischen Frauen und Männern wirklich möglich?

Kolmunist Michael Nast beantwortet auf freundin.de Männerfragen

Kolmunist Michael Nast beantwortet auf freundin.de Männerfragen

Können Frauen und Männer wirklich Freunde sein? Diese Frage stellte ich am Mittwoch meinem Bekannten David: "Freundschaft zwischen Männern und Frauen? Existiert nicht", erwiderte er resolut. "Es sei denn", er überlegte kurz, "Sie ist einfach nicht sein Typ."

Das ist natürlich etwas plakativ formuliert, aber damit beschreibt David schon das richtige Prinzip. Es gibt natürlich Freundschaften zwischen Männern und Frauen. Aber nur unter bestimmten Umständen. Es ist eine Frage der sexuellen Attraktivität. Eine Freundschaft zwischen Männer und Frauen ist möglich, wenn das Sexuelle ausgeblendet werden kann. Wenn sich keiner der beiden Hoffnung auf ein Liebesbeziehung macht. Männer sind Sklaven ihrer Instinkte. Sie werden immer daran denken, mit ihr zu schlafen. Und wenn ein Mann mit einer Frau, die er sexuell attraktiv findet, in einer vermeintlichen Freundschaft viel Zeit verbringt, ist die Gefahr groß, sich dann doch irgendwann in sie zu verlieben. Und dann wird er leiden.

Wenn ich darüber nachdenke, welche Frauen ich als Freunde bezeichnen würde, fällt mir auch wirklich keine ein, mit der ich schlafen würde. Ich habe eine Freundin, mit der ich mich sehr gut verstehe. Wir haben den selben Humor, es gibt kaum jemanden, mit dem ich so ausgelassen lachen kann. Sie ist - ganz objektiv betrachtet - eine wirklich attraktive Frau, aber wenn ich mir vorstelle, mit ihr zu schlafen, spüre ich einen Widerstand. So gesehen ist sie für mich ein Kumpeltyp, das beste Fundament für eine Freundschaft zwischen Männern und Frauen. Ich habe einmal ganz naiv den Fehler gemacht, ihr das auch zu sagen. Das war natürlich verletzend. Es war schließlich eine Beleidigung, obwohl es ja als Kompliment gemeint war. Sie spricht mich heute noch darauf an.

Letztlich erzählt die Serie "How I Met Your Mother" die ganze Geschichte. Der Protagonist Ted verliebt sich in der ersten Folge in Robin. Sie wird auch schnell Teil von Teds engstem Freundeskreis. Sie kommen zusammen, trennen sich wieder, versuchen es immer mal wieder, bevor sie mit einem seiner besten Freunde zusammen kommt. Ted hat immer noch Gefühle für sie. Wirkliche Freunde werden sie nie. Sie ist sein Langzeitprojekt, mit der er über den Umweg unzähliger Dates, einer Ehe, aus der zwei Kinder hervorgehen, in der letzten Folge dann doch noch zusammenkommt. Alles dazwischen war nur Ersatz.

Ich habe mal nachgesehen, die Drehbücher der Serie wurden ausschließlich von Männern geschrieben. Das ist kein Zufall. Wir können einfach nicht aus unserer Haut.

Hier schreibe ich darüber, was Frauen atraktiv macht, die eigentlich gar nicht unser Typ sind.