Wenn ER keine Lust auf Sex hat

Wenn Männer keine Lust auf Sex haben, schrillen die Alarmglocken ihrer Frauen: Geht er fremd? Liebt er mich nicht mehr? Was soll ich tun? Dabei gibt es (meistens) keinen Grund zur Panik, weiß Autor Mark Kuntz – es handelt sich um männliche Perioden der Enthaltsamkeit

Wenn "ER" keine Lust auf Sex hat

Wenn "ER" keine Lust auf Sex hat

Stellen Sie sich einen richtig miesen Morgen vor. Und stellen Sie sich vor, Sie wären ein Mann. Schon beim Aufstehen verspüren Sie ein Kratzen im Hals. Der Kaffee schlägt nicht an, der Wagen springt nicht an. Auf dem Weg zur Bushaltestelle stellen Sie fest, dass Ihre Schuhe Wasser ziehen, was sich beschleunigend auf Ihr Halsweh auswirkt. Im Job kommt es sofort zu mehreren unerfreulichen Missverständnissen, am Nachmittag glauben Sie, "Temperatur zu haben", und fragen sich zum ersten Mal, was in Ihrem Leben eigentlich schiefgelaufen ist.

Männer leiden nach innen

Am Abend dann nimmt das Drama erst wirklich seinen Anfang, und das nicht nur wegen der aufkeimenden Grippe, sondern weil Sie sich irgendwie insgesamt unverstanden fühlen, von der Welt und jetzt auch noch von Ihrer Partnerin. Da haben sie natürlich eine Vollmeise, die Männer, aber so sind sie halt, bin ja selber einer. Frauen würden nach so einem Tag zu Hause einfallen wie ein nordatlantischer Tiefausläufer, schreien, heulen, zetern oder ihren Süßen zusammenscheißen, wie es in der Küche schon wieder aussehen würde. Und nach ein paar Stunden wäre alles wieder gut. Männer kommen nach so einem Tag heim und meinen, sich zusammenreißen zu müssen, nichts soll man ihnen anmerken, alles aber soll der Partner erahnen und angemessen empathisch darauf reagieren.

Es beginnt mit innerem Rückzug

Wie genau, könnten sie auf Nachfrage auch nicht sagen, aber auf jeden Fall angemessen. Stattdessen: dieses unangenehme Übers-Haar-Streichen und das saublöde "Hast du was?". Gekränkt tritt der Mann den Rückzug in sein wundes Seelenleben an. Die Welt verkennt ihn – das war ja immer schon klar – aber dass die eigene Partnerin ihn so gar nicht versteht, gerade jetzt, wo er so sehr darauf angewiesen wäre: nee, also wirklich.

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Nichts geht mehr

Und an genau dieser Stelle wird die Geschichte weniger launig, denn der Rückzug, den Männer antreten, wenn es mal nicht so gut läuft, ist ziemlich wörtlich zu nehmen: Zärtlichkeit ist in diesen Augenblicken ausgeschlossen, Körperkontakt nervig, Erektion undenkbar. Im Allgemeinen wird die männliche Sexualität im Vergleich zur weiblichen ja immer als schlicht dargestellt. Das stimmt so natürlich nicht. Was stimmt: Wenn Männer einigermaßen entspannt und ausgeschlafen sind, denken sie überwiegend an Sex und haben auch gern welchen.

Will er etwa eine Affäre? Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter..

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